VdK-Kritik: Armuts-Schlusslicht Bayern

Der Sozialverband VdK kritisiert einen explosionsartigen Anstieg der Altersarmut in Bayern und fordert die Staatsregierung zum Handeln auf. Ein männlicher Rentner erhalte in Bayern nur 983 Euro im Monat, damit avanciere Bayern zum Schlusslicht in Deutschland, kritisierte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher am Mittwoch in München. Frauen lägen im Schnitt nur bei 496 Euro Altersrente. «Nach den Zahlen des Sozialberichts haben Rentner in Bayern ein hohes Armutsrisiko: Zwischen 2003 und 2008 ist die Zahl armer Senioren von 53 000 auf 423 000 angestiegen», moniert die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete.

Die Ursachen für die vergleichsweise niedrigen Renten im Freistaat liegt am geringen Löhnniveau in vielen Regionen des Landes. Bis in die 80er Jahre hinein waren die Einkommen in diesen Bereichen weitaus schlechter als im Bundesdurchschnitt. „Bayerische Rentner gehören zu den ärmsten der Republik“, kritisiert Mascher. Der Sozialverband ist nun aber erst recht alarmiert, weil das Armutsrisiko für Rentner in Bayern offensichtlich sogar steigt. Nahezu jeder fünfte bayerische Rentner sei „armutsgefährdet“. Laut Statistischem Bundesamt rangiert die Bundesquote mit 15 Prozent weit unter der bayerischen.

Es ist nicht in Sicht, dass Bayern aus der Kellerregion der Rentenzahlbeträge wieder herauskommt», warnte Mascher. Die niedrige Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent ist nach VdK-Einschätzung vor allem darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen für Niedriglöhne arbeiten. Und ein Fünftel der älteren Arbeitnehmer sei im Niedriglohnsektor beschäftigt. „Die Neurenten sind in Bayern - ganz im bundesdeutschen Trend - im Sinkflug“, fürchtet Mascher.

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